2. PAARBEZIEHUNGEN

Jede/r erschafft sich ihre/seine Identität entlang der Schnittlinie von verschiedenen Gruppenzugehörigkeiten (Familie, Arbeit, Weltanschauung, Religion, Beziehung usw.).

Wenn wir uns die soziokulturellen Faktoren näher anschauen, die uns dazu bewegen, eine Partnerschaft einzugehen als ob das selbstverständlich wäre, kann die Paarbeziehung als eine der wichtigsten Gruppenbeziehungen beschrieben werden. Die Zweierbeziehung ist in unserer Gesellschaft eine Institution. In einer Paarbeziehung schaffen beide PartnerInnen gemeinsam aber auch als Einzelpersonen Normen und Mythen, die das Bestehen der Beziehung garantieren sollen. Normen sind hier Verhaltensweisen denen  auch Außenstehende unterworfen sind. Mythen wiederum sind in diesem Kontext Verhaltensweisen, die Einzelne für sich schaffen und annehmen. Sie bieten dem Paar Schutz vor der Außenwelt (Abgrenzung durch Intimität, Absicherung und Schutz gegenüber Außeneinflüssen). Sie dienen auch als Bestätigung der Einmaligkeit der Beziehung („Es kann kein Zufall sein, dass wir im selben Monat geboren wurden und dass unsere Mütter aus derselben Stadt sind!“). Zudem sind „Mythen“ eine Möglichkeit, Erwartungen – oder das Fehlen von Erwartungen – zu beschreiben und zu bestärken. Diese Erwartungen beziehen sich auf beziehungsinterne Faktoren wie die Position des/der Einzelnen in der Beziehung, die Fähigkeit zur Individuation und Trennung, Autonomie und Abhängigkeit sie die Modalitäten der Beziehung wie beispielsweise Distanz und Nähe. Die Normen und Mythen, die schließlich eine Paarbeziehung beschreiben, schaffen wiederum Regeln und Rituale der Zusammengehörigkeit, die diese wiederum beeinflussen.

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