2.1 Hoffnungen und Wünsche an die Partnerin

Teil eines Paares zu sein ist sozial anerkannter und wird positiver bewertet als als Single zu leben. In sozial und wirtschaftlich monogamen Beziehungen haben die Partnerinnen die sozialen, emotionalen, sexuellen und wirtschaftlichen Bedürfnisse zu erfüllen. Neben dem traditionellen Konzept der Monogamie spielt Homophobie eine wesentliche Rolle für die Gestaltung einer lesbischen Partnerschaft. Viele Lesben leben nach wie vor nicht offen, daher ist die Partnerschaft der einzige Ort, wo sie ihr wahres „Ich“ zeigen können. Aber auch offen lebende Lesben sehen ihre Beziehung oft als Ort, wo sie sich vor Homophobie und Diskriminierung sicher fühlen können.

Geschlechtsspezifische Erwartungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Gestaltung der Beziehung: Frauen gelten als fürsorglich, liebevoll und selbstlos. Frauen teilen dieses gesellschaftliche Bild von Frauen – auch wenn sie diese für sich selbst zurückweisen. Zudem wird die vermeintliche gleiche Sozialisation als Aspekt von Nähe betrachtet Deshalb erwarten einige lesbische Frauen von ihren Partnerinnen, dass sie einfühlsam, empathisch und selbstlos sind, weil sie vermeintlich die gleiche Sozialisation erfahren haben. Unterschiede werden ausgeblendet, um die Nähe aufrecht zu erhalten. Diese hohen Erwartungen können zu Frustration und Ärger führen, wenn sie nicht erfüllt werden. Konflikte um diese Nähe wieder herzustellen können zunehmen.

Wenn Unterschiede nicht akzeptiert, Ängste nicht angesprochen und diese alles verstehende Nähe nicht wiederhergestellt wird, kann dies zum Ausbruch von Gewalt führen. Die Partnerin wird symbolisch oder physisch zerstört. Die Entscheidung, eine gewalttätige Partnerin zu verlassen wird oft dadurch erschwert, dass die Vorstellung ohne Partnerschaft zu leben als noch schlimmer empfunden wird,

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