4. Grenzen der Forschung

Die vorgestellten Studien sind jedoch, wie eingangs angemerkt, kritisch zu betrachten, da sie oftmals auf kleinen, nicht randomisierten Samples beruhen und regional begrenzt waren. Außerdem ist die Gruppe der weißen, aus der Mittelschicht stammenden und gebildeten Lesben, die ihren gleichgeschlechtlichen Lebensentwurf offen leben, überrepräsentiert (vgl. Kritik von West 2002). Einige Untersuchungen beruhen zudem auf klinischen Samples, die keine Rückschlüsse auf die ‚alltäglichen’ Facetten von Gewalt in lesbischen Beziehungen zulassen. Auch wird in den aufgeführten Untersuchungen nicht immer deutlich, auf welchen Erfahrungszeitraum sie sich beziehen. Des Weiteren bleibt häufig offen, ob die Teilnehmerinnen der Untersuchungen Gewalt ausgeübt und/oder diese erlebt haben (vgl. McLaughlin/Rozee 2001). Die Kritik bezieht sich zudem auf die unterschiedlichen Messinstrumente, die keine direkte Vergleichbarkeit der Studien zulassen. Vielen Untersuchungen liegt zudem die Annahme zugrunde, dass die Ausübung von Gewalt Teil eines (negativen) Konfliktverhaltens darstellt. Die vorliegenden Studien differenzieren daher auch nicht zwischen möglichen unterschiedlichen Gewaltdynamiken und können folglich keinen Aufschluss darüber geben, wie hoch die jeweiligen Anteile beispielsweise von Misshandlungsbeziehungen und von aggressivem Konfliktverhalten an den gewalttätigen Partnerinnenschaften sind.

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