5.1 Der Kontext der Untersuchung: Wissenschaftliche Forschung zu häuslicher Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften

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Obgleich es zahlreiche Literatur und Forschung zu häuslicher Gewalt in heterosexuellen Beziehungen gibt, finden sich nur wenige Untersuchungen, die häusliche Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen analysieren.

Die Gründe für diesen Mangel sind vielfältig und werden in dieser Handreichung andernorts beschrieben. Eine jüngere Studie von Donovan, Hester, Holmes and McCarry (2006), die häusliche Gewalt in gleichgeschlechtlichen und heterosexuellen Beziehungen vergleicht, legt die Vermutung nahe, dass diese Unsichtbarkeit oder das Fehlen eines Bewusstseins darauf zurückzuführen sind, dass die LGBT Community sich den Übergriffen einer Gesellschaft, die als „homophob“ beschreiben wird, ausgesetzt sieht. Für weitere Informationen, siehe: www.bristol.ac.uk/sps/downloads/FPCW/cohsarfinalreport.pdf

Die hier angeführte Untersuchung und ein Bericht von Henderson (2003) kommen zu dem Schluss, dass eine von vier Personen, die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben, häusliche Gewalt oder Missbrauch erleben. Der Bericht über die Prävalenz von häuslicher Gewalt unter Lesben und Schwulen ("Prevalence of Domestic Violence amongst Lesbians and Gay Men”) kann vollständig auf folgender Seite herunter geladen werden:

www.sigmaresearch.org.uk/downloads/domesticviolence.pdf

Das AIDS Council of New South Wales (ACON) hat eine der wenigen tiefer gehenden Untersuchungen zu gleichgeschlechtlicher häuslicher Gewalt durchgeführt. Diese geschah vor dem Hintergrund eines von ihnen unterstützen Programms, welches Lesben und Schwule bei der Suche einer Unterkunft unterstützt. Sie kamen zu dem Schluss, dass häusliche Gewalt das Risiko von Obdachlosigkeit von Lesben erhöht.  

www.facs.gov.au/internet/facsinternet.nsf/vIA/saap/$File/Homelessness_DV_October.pdf

Die “Women and Equality Unit” des Amts für Handel und Industrie (Department for Trade and Industry (DTI) schätzt, dass ca.  6% der britischen Bevölkerung homosexuell ist. Das heißt, dass im Vereinigten Königreich etwas weniger als 1 Millionen Menschen häusliche Gewalt oder Missbrauch erleben, die allerdings zu einem Großteil unbemerkt bleibt.

Auch wenn das Strafrecht rechtliche Möglichkeiten bietet, gegen Gewalttäter in gleichgeschlechtlichen Beziehungen vorzugehen, gibt es nicht die gleichen Ressourcen wie bei heterosexuellen Paaren, um beiden, Opfer und TäterIn dieser Art von Gewalt, zu helfen. Beispielsweise gibt es nur 18 Betten in Schutzräumen für schwule Männer und keine einzige Notunterkunft für lesbische Frauen. Auch gibt es keine Täterprogramme, die besonders auf die LGBT Community eingehen. Ohne weitere handfeste Forschung bleibt allerdings ungewiss, ob die vorhandenen Programme zu häuslicher Gewalt für Mitglieder dieser Community sinnvoll sind.

Trotz der zahlreichen Hindernisse, der Polizei Vorfälle von häuslicher Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen zu melden, können polizeiliche Daten eine sinnvolle Quelle für die Analyse dieser Vorfälle sein, da eine detaillierte wissenschaftliche Forschung oder ein tiefergehendes Wissen über weibliche Täterinnen häuslicher Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen fehlt. Zumindest sind diese Daten ein Anfang, um die Natur, den Kontext und die Merkmale einiger Tatgeschehen zu verstehen.

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