5.3 Polizeiliche Kriminalstatitik in der Forschung

Metropolitan Police Service, London LOGO

Es gibt eine offizielle Anforderung an die Polizei in Großbritannien, alle Daten zu häuslicher Gewalt, die ihr gemeldet worden sind, zu sammeln - und zwar unabhängig davon, ob die Vorfälle einen Straftatbestand darstellen oder nicht. Dieses Kriterium ist weitaus umfassender als in vielen anderen Ländern, was sich auch in der Anzahl der gemeldeten Vorfälle widerspiegelt.

Der Metropolitan Police Service kann Fälle häuslicher Gewalt mittels seines elektronischen Informationssystems (CRIS) identifizieren, wobei diese ein bestimmtes Identifizierungsmerkmal haben. Das ermöglicht, diese Fälle getrennt zu analysieren. Im letzten Geschäftsjahr (2006/7) wurden 101.119 Fälle häuslicher Gewalt der MPS gemeldet. Von diesen erfüllten 54.746 einen Straftatbestand.

Es ist ermutigend, dass im Dezember 2006 ein Identifizierungsmerkmal für häusliche Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen eingeführt wurde. Dennoch wird diese Kennzeichnung noch nicht so genutzt wie sie könnte und es muss bei den Polizeibeamten noch ein Bewusstsein geschaffen werden, diese Kennzeichnung in den Berichten auch zu gebrauchen.

Aufgrund dessen mussten die Daten der Fälle zu häuslicher Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften schrittweise aus dem System herausgezogen werden. Zuerst wurden alle Fälle häuslicher Gewalt aus diesem Zeitraum ausgewählt. Diese wurden danach gefiltert, in welchen Fällen sowohl Täter als auch Opfer weiblichen Geschlechts waren. Diese wiederum wurden danach gefiltert, ob die Beziehung der Frauen zueinander als gegenwärtige oder ehemalige Partnerschaft  angeführt wurde. Schließlich wurde jeder Fall untersucht, um Fälle herauszufiltern, in denen entweder das Geschlecht oder die Beziehung korrekt kodiert oder aber die Gegenwart mehrfacher Opfer und Verdächtiger den Prozess der Datenauswahl vereitelten.

Mittels des geschilderten Verfahrens konnten 206 Fälle häuslicher Gewalt in lesbischen Beziehungen identifiziert werden. Allerdings ist es möglich, dass andere Vorfälle aus diesem Zeitraum dem MPS gemeldet worden waren, aber beispielsweise eine ungenaue Protokollierung und der Prozess der Datenextraktion die identifizierte Auswahl begrenzt haben könnte. 

Ein anderer Grund für die geringe Anzahl könnte darin bestehen, dass die LGBT Community wenig Vertrauen darin hat, ihre Erfahrungen einer breiteren Community zu berichten, wie Donovan et. al. in ihrer Untersuchung erläutert haben.

Seite 1 von 1 zurück | weiter
zum Anfang

Gefördert von: und
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Impessum | Übersicht