4. Selbstverständnis der Einrichtung

Mit weiblichen und/oder lesbischen Täterinnen häuslicher Gewalt zu arbeiten, bedeutet, die Vorstellung zu akzeptieren, dass Frauen aggressiv, wütend, feindselig und gewalttätig sein können. Da viele frauenspezifische Einrichtungen vor allem mit Frauen als Opfer arbeiten, müssen vorab verschiedene Aspekte erwogen werden:

  • Das Selbstverständnis der Beratungseinrichtung/der psychosozialen Organisation muss sich auch auf Frauen als Täterinnen beziehen. Diese Entscheidung muss gemeinsam im Team getroffen werden.
  • Die Einrichtung sollte sich für ein gewaltfreies Verhalten einsetzen und ein gewaltfreies Klima unterstützen.
  • Täterinnen sollte respektvoll begegnet und in ihrem Wunsch nach Veränderung unterstützt werden.
  • Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass gewalttätige Frauen in ihrem Leben auch Opfer von Gewalt waren; aber zum jetzigen Zeitpunkt sind sie gewalttätig gegenüber ihrem/ihrer PartnerIn, ihren Kindern, ihrer Familie, FreundInnen oder Fremden.
  • Die Sicherheit des Opfers hat Vorrang vor allem.
  • Grundlage des Trainings/der Beratung/Therapie usw. ist die sofortige Beendigung der Gewalt.
  • In frauenspezifischen Einrichtungen können sich Täterinnen und Opfer zufällig begegnen. Es sollten Maßnahmen getroffen werden, dieses Risiko zu minimieren.

Ein „Frauenraum“ ist nicht gleichzusetzen mit einem gewaltfreien Raum. Mit gewalttätigen Frauen zu arbeiten bedeutet nichts anderes, als die Gewalt von Frauen sichtbar zu machen. Gewalttätige Frauen haben das Recht, jegliche Unterstützung zu erhalten, ihren Missbrauch zu beenden. Es ist die Aufgabe von Frauen, ihnen mit Respekt zu begegnen und gleichzeitig ein gewaltfreies Verhalten einzufordern.

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Gefördert von: und
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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