1. Einleitung

In diesem Kapitel werden verschiedene Ansätze der Arbeit mit lesbischen Täterinnen vorgestellt. Die Vielfalt von Gewaltdynamiken wird hier verknüpft mit einer Methodenauswahl: Nicht jede Methode ist für jeden Täterinnentyp angemessen und kann jeder Beziehungsdynamik gerecht werden.  Die Kunst besteht darin, für die einzelne Klientin die „richtige“ Methode zu wählen um das Risiko einer Eskalation und eines möglichen Rückfalls zu minimieren. Wir sind der Auffassung, dass die Arbeit mit Täterinnen nur dann erfolgreich sein kann, wenn beide Partnerinnen einbezogen werden: Das kann erfolgen – abhängig von der Beziehungsdynamik – indem dem Opfer Unterstützung angeboten wird und mit der Täterin getrennt oder im Fall von bidirektionaler Gewaltdynamik, indem das gewalttätige Verhalten beider Frauen thematisiert wird.

Unabdingbar für die psychosoziale Arbeit mit gewalttätigen lesbischen Frauen sind Überlegungen zu lesbischem Leben, das einerseits in eine Gesellschaft eingebettet ist, die nach wie vor Vorbehalte gegenüber der lesbischen Lebensweise und andererseits einer lesbischen Subkultur verortet ist, die eigene Werte und Normen hat. BeraterInnen, TherapeutInnen  und TrainerInnen müssen in Kenntnis dieser sozialen Kontexte deren Bedeutung für das Leben lesbischer Frauen und lesbischer Täterinnen sein. Das gilt gleichermaßen für die Verwobenheiten und Zusammenhänge, aufgrund der Multidimensionaliät menschlichen Lebens die in den verschiedenen sozialen Kontexten entstehen können, zum Beispiel Frau zu sein, lesbisch zu sein, behindert oder Schwarz zu sein. Diese sind mit einander verwoben und bedingen einander (siehe Kap. 0.3., Theoretische Grundlagen).

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