3.1.2 Freiwillige Teilnahme

Während die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer sozialer Trainingsprogramme männliche, heterosexuelle Täter sind, die vom Gericht zugewiesen wurden, nimmt die Mehrheit der lesbischen Frauen freiwillig an dem Programm teil. Das Trainingsprogramm wird von mehr Teilnehmern, die vom Gericht zugewiesen wurden, abgeschlossen als von den „Freiwilligen“. Die meisten Trainingsprogramme für lesbische Frauen beruhen auf einer freiwilligen Teilnahme, da nur sehr wenige Fälle der Polizei gemeldet oder gar vor Gericht verhandelt werden und daher keine gerichtliche Weisung erfolgt.

Lesbische Frauen erstatten nur sehr selten Anzeige bei der Polizei, weshalb folglich nur sehr wenige Fälle vor Gericht verhandelt werden. Einig Gründe für die starke Zurückhaltung, Anzeige zu erstatten sind:

  • Angst vor einem herabwürdigenden und lesbenfeindlichen Verhalten der Polizeibeamten oder Richter/innen;
  • Die Befürchtung, die Täterin könne einer herabwürdigenden und lesbenfeindlichen Behandlung ausgesetzt werden;
  • Die Befürchtung, Vorurteile gegenüber lesbischen Frauen zu bestätigen;
  • Die Befürchtung, die eigene gleichgeschlechtliche Lebensweise könne publik werden;
  • Emotionale Abhängigkeit.

Da die Arbeit mit lesbischen Frauen bedeutet, vor allem mit „Freiwilligen“ zu arbeiten, ist es zwingend notwendig, ein „Follow Up“ und eine Evaluation in das Konzept zu integrieren, um mögliche Rückfälle zu verhindern.

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