3.1.5 Kontakt mit dem Opfer/der derzeitigen Partnerin

Es gibt keine eindeutige Haltung dazu, ob mit der gegenwärtigen Partnerin und/oder dem Opfer Kontakt aufgenommen werden soll. Die (lesbische) Frau befindet sich möglicherweise noch in der Partnerschaft oder aber ist bereits eine neue Beziehung eingegangen. Manchmal gehören zu einer Partnerschaft mehr als zwei Personen.

Es gibt einige gewichtige Gründe, mit der Partnerin/dem Opfer Kontakt aufzunehmen:

  • Wenn das Opfer nicht die gegenwärtige Partnerin ist, ist diese möglicherweise auch gefährdet.
  • Leben mehr als zwei Frauen in der Beziehung, können die anderen Partnerinnen ebenfalls gefährdet sein.
  • Die Täterin kann Informationen, die sie in dem Trainingskurs erhält, missbrauchen und Druck auf ihre Partnerin(nen) ausüben.
  • Die Täterin kann ihre Partnerin über die Teilnahme an dem Trainingskurs belügen.
  • Durch den Kontakt mit der Partnerin/dem Opfer kann ggf. eine „Geschichte der Gewalt“ offenkundig werden; die Aussagen der Täterin beim Aufnahmegespräch  können überprüft werden.

Wenn mit der Partnerin Kontakt aufgenommen wird, sollten nachfolgende Erwägungen einbezogen werden:

  • Diejenige, die mit der Partnerin Kontakt aufnimmt, ist nicht die gleiche Person, die die Gruppe leitet;
  • Die Partnerin/das Opfer sollte über den Lehrplan, die Philosophie des Kurses und die terminliche Planung informiert werden;
  • Der Partnerin/dem Opfer sollte eine Opferunterstützung angeboten werden:

Nichtsdestotrotz muss die Teilnehmerin diesem Vorgehen zustimmen. Ist der Kontakt mit der Partnerin eine Bedingung für die Teilnahme und die potentielle Teilnehmerin stimmt dem nicht zu, muss eine Entscheidung getroffen werden: Ausschluss versus erfolgreicher Teilnahme. Risikoindikatoren können dazu beitragen, das mögliche Resultat der Teilnahme abzuschätzen.

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