3.1 Verhaltenstraining

Verhaltenstraining basiert auf kognitiven verhaltensorientierten Methoden. Geeignet ist es für Täterinnen einer monodirektionalen Gewaltdynamik und hier im Besonderen für Täterinnen von Misshandlungsbeziehungen. Die Methode ist nicht geeignet für bidirektionale Dynamiken.

Die Methoden, die im Verhaltenstraining angewendet werden, sind von zahlreichen Methoden der Verhaltenstherapie beeinflusst, z. B. von der DBT – dialectical behavior therapy (dialektische Verhaltenstherapie), die von Marsha Linehan entwickelt wurde. In ihrem Ansatz richtet sie sich ursprünglich an Menschen (meistens Frauen) mit einer Borderline Symptomatik und einem hohen Suizidrisiko (z. B. selbstverletzendes Verhalten). Heutzutage wird DBT bei der Behandlung von Klientinnen und Klienten mit Essstörungen, Jugendlichen oder  innerhalb des Strafvollzugs eingesetzt. DBT zielt darauf ab, Menschen, die Probleme mit emotionaler Regulation und ähnliche Funktionsstörungen haben, darin zu unterstützten, ihre Probleme gut zu lösen:   DBT wirkt auf  starre Denkprozesse bei Patientinnen und Patienten, Defizite in Anpassungsfähigkeiten und ein Übermaß an ungeeigneten Anpassungsfähigkeiten ein. Andere Bausteine können in eher kommunikationsorientierten Ansätzen gefunden werden, wie dem NLP – Neurolinguistisches  Programmieren. Es wurde von Richard Bandler und John Grinder entwickelt, die mehr über den enormen Erfolg der amerikanischen Therapeutinnen und Therapeuten wie Virginia Satir, Milton Erickson und Fritz Pearls herauszufinden versuchten. Bandler und Grindler analysierten deren Kommunikationsmuster und entwickelten schließlich NLP. Im NLP wird angenommen, dass Verhalten in einem bestimmten Kontext Sinn macht. Eine der  Hauptinterventionen des NLP ist es, Verhalten in einen neuen Kontext zu setzen. NLP kann in der Konfliktmediation und/oder in der Paarberatung eingesetzt werden. Während DBT sich an das Individuum richtet, konzentriert sich das NLP auf die Interaktion. Ein dritter Einfluss kann in Anti-Aggressionstrainings gefunden werden, die sich ausdrücklich an den Umgang mit Wut wenden. Während individuelle Sitzungen in der Verhaltenstherapie eine wichtige Rolle einnehmen, richtet sich das Verhaltenstraining an Gruppen und fördert Gruppendynamiken, die Veränderungen des individuellen Verhaltens begünstigen. Schließlich beinhaltet soziales Training Module, die sich auf  gesellschaftliche Einflussfaktoren richten, wie die Einstellung gegenüber Männern, Frauen und lesbischen Frauen. Diese Bausteine beabsichtigen die Aufdeckung gesellschaftlicher Wertvorstellungen, die hinter individuellen Einstellungen und Verhalten stehen und befördern deren Veränderung.

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