1.1 Angst vor Stigmatisierung

Nach internationaler Forschung hat die überwiegende Mehrheit lesbischer Frauen verschiedene Formen von Diskriminierung) und/oder Gewalt aufgrund ihrer psychosexuellen Identität erlebt (Stein-Hilbers 1999, Eurobarometer on Discrimination 2006). Diskriminierung ist Ausdruck von Marginalisierung. Folglich nimmst sich die lesbische Subkultur als gesellschaftliche Minderheit wahr, die von Ausgrenzung betroffen ist. Diese kollektive Selbstwahrnehmung kann die Angst lesbischer Frauen, dass sie noch mehr Diskriminierung erfahren könnten, wenn sie mit dem Phänomen der häuslichen Gewalt offen umgingen, erklären. Offen über Gewalt in der Partnerschaft zu reden könnte das Vorurteil befördern, dass Lesben per se gewalttätig oder gar kriminell seien. Auch kann die Angst, dass das Thema zum Zwecke einer lesbenfeindlichen und homophoben „Propaganda“ missbraucht werden könnte, dazu beigetragen haben, das Problem der häuslichen Gewalt so lange zu verschweigen.

Seite 1 von 1
zum Anfang

Gefördert von: und
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Impessum | Übersicht