3. Modell der guten Praxis

Modell der guten Praxis: Community Aktion der lesbischen Community Wien, Österreich

In 1997 haben sich die Mitfrauen der lesbischen Beratungseinrichtung Wien dazu entschlossen, das Schweigen über Gewalt unter Lesben zu brechen. Erste Diskussionen fanden innerhalb der Gruppe statt, später wurden noch lesbische Frauen aus anderen Einrichtungen in Wien eingeladen.

Keine hat das Phänomen der Gewalt unter Lesben und in lesbischen Partnerschaften geleugnet. Aber zuerst mussten Bedenken bezüglich lesbenfeindlicher Reaktionen, missbräuchliche Nutzung und eigene Widerstände das Phänomen aufzugreifen, diskutiert werden um schließlich eine Reihe von Workshops und Diskussionen zu organisieren. Von Dezember 1998 bis April 1999 wurden mehr als 20 Veranstaltungen durchgeführt. An verschiedenen Orten der lesbischen Subkultur wurden Diskussionen, Vorträge und Workshops organisiert  und ein Fragebogen wurde erarbeitet und verteilt.  Die Veranstalterinnen hatten ein breites Spektrum an Angeboten, von Fachvorträgen über lesbische Täterinnen bis hin zu geschlossenen Gruppen zur Erfahrung von sexueller Gewalt in lesbischen Beziehungen, von Diskussionen über den patriarchalen Einfluss auf lesbische Partnerschaften bis hin zu einem Workshop über die schmale Grenze zwischen Tratsch, sozialem Ausschluss und Mobbing in der lesbischen Community. Es war nicht überraschend, dass viel mehr Frauen lieber einem Vortrag lauschten als an einem Gruppengespräch teilzunehmen, in dem sie über ihre eigenen Erfahrungen sprechen konnten.

Die Teilnehmerinnen waren einhellig der Meinung, dass es wichtig war, das Thema Gewalt unter Lesben aufzugreifen. Aber auch in Wien ist die Community klein und die Angst vor zuviel Öffentlichkeit hat es schließlich doch erschwert, persönliche Erfahrungen auszutauschen.

Buch CoverIn der Folge haben die Veranstalterinnen die Entstehung dieses Projekts und die Inhalte der Workshops in einem Buch veröffentlicht: “Entscheidend einschneidend: Mit Gewalt unter Frauen in lesbischen und feministischen Zusammenhängen umgehen” Ebner Michi et al. (Hginnen), Wien: Milena Verlag, 2001.





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